Sieg

Da es von Chur aus bis nach Soultz über 4 h Fahrt sind, ging ich bereits am Samstag zu meinem Teamkollegen Wanja und machte bei ihm einen Zwischenstopp. Da wir am Sonntag erst um 14:30 Uhr starteten, konnten wir am Sonntagmorgen zusammen anreisen.

Der GP Soultz ist ein bekanntes Strassenrennen in Frankreich. Bereits 39-mal wurde er durchgeführt. Fahrer wie Adam Yates landeten, als sie ebenfalls in der U23-Kategorie waren, dort auf dem Podest.

Für mich war das Ziel eine Platzierung in den Top 3. Ich bestritt bereits mehrere ähnliche Rennen dieses Jahr in Frankreich, bei einem konnte ich sogar aufs Podium fahren. Mit der jetzigen Form traute ich mir dies deshalb definitiv zu.

Die Strecke war 120 km lang und beinhaltete 1700 hm. Wir absolvierten somit 35 Runden auf einem hügeligen Rundkurs. Wie immer in Frankreich wurde nach dem Start regelmässig attackiert, es wurde sehr unrhythmisch gefahren. Nach einer intensiven Startphase beschloss ich, bei einem Hügel anzugreifen. Oben auf der Kuppe waren wir zu dritt ein wenig vom Feld weggekommen. Leider merkte ich schnell, dass meine zwei Fluchtgefährten nicht denselben Drive hatten wie ich – so passierte es, dass ich sie in einer leichten Bergauf-Passage von meinem Hinterrad abhängen konnte.

Nun waren es noch 85 km bis ins Ziel. Ich hatte etwa 30 Sekunden Vorsprung aufs Feld und entschloss mich, so weit es geht allein weiterzufahren. Der Wind machte es mir nicht einfach – bergrunter hatte ich Gegenwind, was die Erholung erschwerte. Der Vorsprung wuchs jedoch von Runde zu Runde um etwa 10 Sekunden. 15 km vor dem Ziel hatte ich 3 Minuten Vorsprung. Die letzten Kilometer nahm ich wieder etwas raus, um sicher ins Ziel zu kommen.

Ein mega tolles Erlebnis. In Frankreich aufs Podest zu fahren ist nicht einfach, deshalb bin ich sehr zufrieden und stolz, dass ich gewonnen habe.

Einen Tag nach dem Rennen erhielt ich ein Aufgebot der Schweizer Nationalmannschaft für ein Etappenrennen in Italien.