Somit stand ich am 05.10. in Topform, zusammen mit 175 Fahrern, am Start. Die besten Bergfahrer der U23-Kategorie waren im Aufgebot ihrer Mannschaften vertreten.

Das Rennen war 170 km lang und beinhaltete zwei längere Anstiege. Die ersten 110 km waren mehr oder weniger flach. Während dieser Phase löste sich eine sehr grosse Spitzengruppe mit vielen Mannschaften darin. Bei km 110 stand der Anstieg Madonna del Ghisallo an. Ich konnte mich in den ersten 15 Positionen des Feldes unten in den Anstieg bringen.

Ziemlich zu Beginn griff der U23-Giro-Sieger Jarno Widar an. Dieser Angriff sprengte das Feld direkt. Dank sehr guten Beinen konnte ich dranbleiben – wir waren nun noch eine 10er-Gruppe, darin vertreten Nordhagen und Torres. Ein super Gefühl, neben solch Weltklasse-Athleten einen Berg hochzufahren. 1 km vor dem Bergpreis wurde das Tempo nochmals angezogen. Ich fühlte mich immer noch super und entschied mich, eine Attacke zu fahren – ich kam zusammen mit einem FDJ-Fahrer weg.

Wir fuhren 30 km zwischen der Spitzengruppe und der Favoritengruppe im Gegenwind dem letzten Berg entgegen. Leider konnten wir die Spitzengruppe nicht einholen. Etwa in der Mitte des Anstiegs wurde ich von einem Teil der Favoritengruppe ein- und überholt. Ich hatte keinen Einbruch, konnte aber ihr Tempo nicht mitgehen und kam mit einer Minute Rückstand ins Ziel.

Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden, die Form stimmte an diesem Tag. Am Madonna del Ghisallo verlor ich auf 20 min rund 60 sek auf die letztjährige Zeit von Pogačar bei der Lombardei-Rundfahrt der Profis (die danach noch drei weitere Anstiege fuhren). Das Resultat ist sicherlich nicht Top, da sehr viele Fahrer der Spitzengruppe durchkamen.

Mit der Saison 2024 bin ich sehr zufrieden. Ich habe viel gelernt und auch gute Resultate erzielt. Zudem bin ich glücklicherweise kein einziges Mal gestürzt. Und das Allerwichtigste: Ich hatte bei jedem Rennen Spass.

Nun mache ich ein wenig Saisonpause – 2–3 Wochen Training ohne Plan, nach Lust und Laune: Joggen, Schwimmen oder auch Biken 🙂